Arten von Regelkarten


Es gibt unterschiedliche Arten von Regelkarten in der statistischen Prozesskontrolle (SPC). Welcher Typ von Regelkarte verwendet wird, hängt in erster Linie von der Art der Daten ab.

Prinzipiell werden zwei Datenarten unterschieden:

  • attributive Daten
  • stetige (kontinuierliche) Daten

stetige (kontinuierliche) Daten

Stetige Daten können theoretisch eine beliebige, unendliche Anzahl von Werten annehmen z. B. 13,997565 oder 293898,214 oder auch 0,0.  In der Praxis ist die „Unendlichkeit“ der Werte i.d.R. durch die Auflösung des Messsystems beschränkt.

Bei Regelkarten für stetige Daten wird mathematisch gesehen die Gauss- oder Normal-Verteilung genutzt, weil von einer Normalverteilung der Daten ausgegangen wird.

attributive Daten

Attributive Daten sind meist leichter zu erfassen als stetige Daten, weil es sich häufig um Zählungen oder Bewertungen handelt z.B.

  • Anzahl Fehler pro Bauteil
  • Anzahl Partikel pro m² lackierte Fläche
  • Gut – Schlecht, i.O. – n.i.O.
  • Schulnoten sehr gut, gut, befriedigend usw.
  • Blau – Grün – Gelb usw.

Attributive Daten folgen zwei unterschiedlichen (mathematischen) Verteilungen – Der Binomial – Verteilung oder der Poisson – Verteilung.

Arten von Regelkarten

Es gibt zahlreiche Arten von Karten je nach verwendeter statistischer Kenngröße. Hier sind einige, häufig anzutreffende Arten aufgezählt. Je nach Aufgabenstellung werden diese kombiniert verwendet. Man spricht dann von zweispurigen bzw. mehrspurigen Qualitätsregelkarten.

Qualitätsregelkarten für stetige Daten

  • I-Karte (Einzelwert einer Stichprobe)
  • Xquer-Karte (Mittelwert einer Stichprobe)
  • CUSUM-Karte (gleitender Mittelwert von Stichproben)
  • R-Karte (Spannweite einer Stichprobe)
  • MR-Karte (gleitende Spannweite von Stichproben)
  • S-Karte (Standardabweichung einer Stichprobe)

Qualitätsregelkarten für attributive Daten

  • C-Karte (Anzahl Fehler oder Ereignisse in Stichprobe mit konstante Größe, C = counts)
  • U-Karte (Anteil Fehler oder Ereignisse in Stichprobe mit variabler Größe, U = unit)
  • NP-Karte (Anzahl fehlerhafter Einheiten in Stichprobe mit konstanter Größe, NP = number of proportions)
  • P-Karte (Anteil fehlerhafter Einheiten in Stichprobe mit variabler Größe , P = proportions)

Pre-Control Regelkarte

Alle Regelkarten benötigen Daten aus einem Vorlauf als Berechnungsbasis. Dieser ist häufig zeitaufwendig oder nur eingeschränkt durchführbar. Vor diesem Hintergrund ist die Pre-Control-Regelkarte entwickelt worden – ein interessanter, wenn auch teilweise umstrittener Ansatz.

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